Report of 3rd European Bluegrass Summit

A record number of 45 summit participants from 11 different countries were welcomed in the conference room of the Bürgerhaus Neuer Markt, which was generously made available for the Summit by the city council of Bühl.

The caliber and commitment of those who attended was once again tremendous. In particular, the attendance of IBMA board member Dwight Worden was appreciated and well received by all attendees. The overall organization and presentation of the conference was in general appreciated as very professional, and Christopher Howard-Williams was an excellenct facilitator during the forum sessions.

On the first evening, Angelika Torrie presented a slide show with some background information about the European Bluegrass Music Association and how it came to be, about the European World of Bluegrass and the Bluegrass Europe magazine. The presentation was thought to help first-time attendees to understand better how everything was connected.

After this first session, the whole group went to the “Deutscher Kaiser” for dinner and to connect more in conversation or jamming.

On the second day, several subjects were worked on in different groups:

  • Launch of a European Bluegrass Festival Network
  • Bluegrass Associations Networking in Europe and function of EBMA
  • Jam Sessions as a tool
  • European Bluegrass Pioneers & Personalities Programme
  • Network for Touring in Europe

As a first step, each topic was discussed in the forum and the goals of a workgroup pursuing the subject were drafted on a flipchart. Then the summit participants joined the group with the topic of most interest to the respective individual. Each group then continued working on the respective subject and discussed various aspects. On the last day of the summit, concrete actions with deadlines were defined, so that within a year visible results in all those areas can be reported on. A summary paper of each workshop will be produced within the next week and will be available online at ebma.org after the workgroups’ OK. At this point it can be said that all groups produced excellent road maps that will be extremely useful for the future networking in Europe.

As this was an opportunity to meet, two representatives of the EWOB Festival in the Netherlands and board members of the EBMA had a brief conversation on the future cooperation between the two organizations. Up to this point, the EWOB was organized as an event under the auspices and for EBMA. The public assumed, the two organizations were in fact the same. However, the focus for both bodies has moved during the past years and mutual expectations could not be fulfilled satisfactorily. Therefore, both partners felt that it would be a good time to go for an amicable divorce and work independently from now on. EBMA will continue to be a guest at the EWOB festival, and the EWOB festival will be a part of the festival networking offered by EBMA.

A real highlight of the weekend was the concert celebrating EBMA’s 10th anniversary, featuring Four Wheel Drive & Jolanda Peters (NL/B/D), G-Runs’n Roses (CZ) and Monroe Crossing (MN, USA). The show was well received by the audience in the beautiful hall of the Civic Centre Neuer Markt in Bühl, Germany.

Because the group work was so intense and fruitful, the summit was already concluded after lunchtime on Sunday, 20th February and a bit more time left to network individually.

After this successful and motivating meeting a 4th edition of the European Bluegrass Summit is to be expected for late winter/early spring in 2012. EBMA and the city council of Bühl will be working on possible dates soon. Numerous great pictures of both summit and concert can be looked at on the EBMA’s facebook page: www.facebook.com/ebma.org.

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Report in German by Eberhard Finke

18.-20. Februar Bühl/Baden: Third European Bluegrass Summit

Der europäische Bluegrass etabliert sich mit Macht, es fehlt nicht an Leuten, die sich da engagieren wollen, die European Bluegrass Music Association (EBMA) hat Ergebnisse vorzuweisen und die neue German Bluegrass Music Association (GBMA) kann ihr darin folgen. Auf diesen Nenner lassen sich die drei Tage Bühl bringen. Die Gründung einer Europäischen Bluegrass Hall of Fame ist dabei das greifbarste Resultat, aber auch die schlichte Kontaktpflege der Teilnehmer aus Norwegen bis Italien, aus Irland bis Bulgarien hat ihren Wert und Nutzen. 45 Personen stehen auf der endgültigen Teilnehmerliste. Mit dem Summit verknüpft waren das Jubiläumskonzert “Zehn Jahre EBMA” und die erste Mitgliederversammlung der GBMA.

EBMA-Vorsitzende Angelika Torrie eröffnete am Freitag um 17 Uhr die Versammlung, gleich zeigte sich, dass diese professionell durchgeführt wird, so bekamen alle ihr Namensschild, schließlich kannte nicht jeder jeden. Der Leiter des Städtischen Kulturamtes sprach sein Grußwort, Angelika rekapitulierte die Geschichte der EBMA seit ihrer Gründung, ihre diversen Stationen und Erfolge. Es wurde ja z.B. gern beklagt, dass die IBMA sich um die kleine Schwester in Europa nicht gekümmert habe, aber, so entschuldigte sich diese anfangs, es gebe ja keinen Ansprechpartner über den Ozean. Jetzt gibt es einen und damit vielfältige Hilfe, auch durchaus materielle, aus Nashville. Dazu zählt auch die Anwesenheit eines offiziellen Vertreters der IBMA, Dwight Worden aus Kalifornien, Rechtsanwalt im Hauptberuf (es waren viele Rechtsanwälte anwesend). Der übt viele Funktionen in Bluegrass aus, momentan als Vorstandsmitglied zuständig für die Assoziationen und auch Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss, wo bislang Paolo Dettwiler tätig gewesen war. Als ersten Beitrag hielt er einen kleinen Vortrag über das Anwerben von Freiwilligen für Festivals usw., was auch in den USA ein Problem ist: Man muss sie gut behandeln, nicht überbeanspruchen und ihnen etwas zukommen lassen, ein kleines eigenes Fest z.B. Gegen 19 Uhr marschierte die ganze Belegschaft ins nahegelegene Hotel “Deutscher Kaiser”, wo es zuerst Abendessen und dann eine große Jam Session gab. Die meisten BG-Manager praktizieren diese Musik ja auch, und so erklangen bald viele Banjos, Geigen usw. bis spät in die Nacht.

Am Samstag um 9 Uhr trafen sich alle wieder im Saal des Bürgerhauses, dort übernahm Christopher Howard-Williams die Leitung. Der gebürtige Engländer ist der Gründer des Festivals in La Roche und er moderierte die Tagung ganz souverän und doch zwanglos. Sechs Themen wurden vorgestellt, die in Arbeitsgruppen behandelt werden sollten:

  • Gründung eines European Festivals Networks EFN, das die nationalen Ereignisse besser koordinieren soll und die teilnehmenden Bands besser verteilt.
  • Associations Network: Wie arbeiten die nationalen Assoziationen zusammen, wie ist ihr Verhältnis, vor allem von unten nach oben, von den nationalen Vereinen zur EBMA, ganz abgesehen von örtlichen und regionalen Clubs.
  • Organisation von regelmäßigen Jam Sessions und Workshops.
  • Pan European Concerts, bessere Kooperation bei Tourneen einzelner Bands durch Europa.
  • Schaffung einer (virtuellen) Ruhmeshalle für europäische Pioniere und Persönlichkeiten. Federführend ist Martino Coppo von Red Wine.
  • Funding und Sponsoren: Bei der Suche nach Geldgebern nicht als Bittsteller auftreten, sondern umgekehrt als einer, der etwas zu bieten hat, Werbefläche beim Festival z.B.

Diese Themen wurden vorgestellt und im Plenum diskutiert, dann wählten die Teilnehmer eine Gruppe und arbeiteten im kleinen Kreis den Rest des Vormittags. Am Nachmittag versammelten sich wieder alle im Saal und die Sprecher der Gruppen stellten ihre Ergebnisse vor.

Die einen hatten dann Pause, die anderen trafen sich zur ersten Mitgliederversammlung der GBMA. Der Vorstand war versammelt außer dem erkrankten Vize Volker Fisher, dazu eine Handvoll “Fußvolk”. Der Vorsitzende Friedrich Hog begrüßte alle und berichtete von den bisherigen Aktivitäten der GBMA. Das waren in der Hauptsache langwierige Banken- und Behördengänge, die ideelle Unterstützung des Summits und des Festivals und Kontakte mit der GEMA wegen eines Rabattes für die Mitglieder bei Konzerten. Der Kassenbericht fiel mangels Masse kurz aus, der Kassenprüfer hatte seinen Segen erteilt und so wurden Vorstand und Kassier schnell entlastet. Ein zweiter Kassenprüfer, wie er in der Satzung vorgeschrieben ist, wurde gewählt, nämlich der einzige Kandidat Frankie Sauer aus der Ulmer Gegend. Ein etwas kompliziertes Beitragssystem wurde vorgestellt und beschlossen, es ging um die Zusatzmitgliedschaft bei der übergeordneten EBMA. Und damit waren die angesetzten 40 Minuten auch schon vorbei. Die Mitglieder bekommen ein eigenes Protokoll der Sitzung.

Allmählich wurde es Zeit für das Jubiläumsfestival um 19 Uhr, für das man zwei europäische Spitzenbands und einen Senkrechtstarter aus den USA engagiert hatte. Der große Saal im Bürgerhaus, auch Schauplatz des alljährlichen Festivals, füllte sich allmählich, es war ja nicht nur für die Gipfelteilnehmer gedacht, sondern für alle. Da kamen auch weitere Kreise über die üblichen Verdächtigen hinaus, zwar nicht so viele wie zum Festival, aber genug, um zufrieden zu sein. Anfangen durften die bewährten 4 Wheel Drive mit Joost van Es (fd), Jürgen Biller (bj), Uli Sieker (md), Jan Michielsen (gt) und Alfred Bonk (bs), inzwischen Veteranen der Szene. Sie haben schöne Stimmen, können auch wunderbar zusammen singen und beherrschen ihre Instrumente, kurz, sie besitzen alle Bluegrasstugenden; ihr Repertoire könnten sie indes ei wenig modernisieren. Wie man das macht, zeigte überzeugend G-runs ‘n Roses, die sich als Punkband verkleidet hatten, Ralph Schut z.B. hatte ein großes Mogeltattoo am Arm. Aber sie spielten einen recht traditionellen Bluegrass, auch sie können singen (der Gesang ist oft der Schwachpunkt der tschechischen Bands) und spielen, gelten nicht zu als Unrecht Europas Band # 1. Ihr Programm begann ungefähr dort, wo das von 4 Wheel Drive aufhörte oder später, aber so ergänzten sich beide zu einem kleinen Gang durch die Bluegrassgeschichte. Und bei der Traditionsband erwachen immer nostalgische Gefühle, Ihr Chronist kennt die Kameraden schon seit Jahrzehnten. Bei den jungen Tschechen entfällt dieser Effekt - noch. Dwight Worden musste jedenfalls beeindruckt sein von der Qualität des europäischen Bluegrass. Eine US-Band  darf dann nicht fehlen, Angelika hatte Monroe Crossing ausgeguckt und über den Ozean gebracht; wir hatten die Band ja schon ein paar Tage vorher in Vöhringen gesehen (s. anderswo in diesem Heft). Jetzt war der Schlusspunkt ihrer kleinen Tournee, die sie quer durch Europa, von Dänemark bis in die Schweiz geführt hat, aber die Musiker zeigten keine Spur von Müdigkeit. Die Darbietung wiederholte sich natürlich zu einem guten Teil, aber sie erzählten munter von ihren weiteren Erlebnissen, machten neue Witze und wünschten sich immer noch, möglichst bald wiederzukommen. In Sachen Lockerheit und Bühnenshow sind uns die Amerikaner vielfach voraus, und auch wenn man es in dieser Hinsicht übertreiben kann bzw. musikalische Mängel übertönen will, so lässt sich von ihnen etwas lernen. Monroe Crossing brachte jedenfalls einen gelungenen Mix aus Können und Show. Zum Schluss vereinigten sich alle auf der Bühne zum großen Finale, Angelika packte ihre Geige aus, wann gibt es schon ein Fiddlequartett auf der Bühne? Die ganz Unentwegten zogen noch ins benachbarte griechische Lokal, und wo sonst Rebetika und Sirtaki beheimatet sind, erklang noch die halbe Nacht Bluegrass.

Das Gipfeltreffen ging aber am Sonntagmorgen um 9 Uhr weiter. Die Arbeitsgruppen wurden noch einmal losgeschickt, um ihre Ergebnisse zu präzisieren und zu konkretisieren. Die Hall of Fame-Leute z.B. erstellten einen Aktionsplan und bestimmten, wer bis wann welche Schritte einleiten soll. Am Anfang sollen aus jedem Land 20 bis 30 Pioniere gewählt werden, dann jedes Jahr ein weiteres Mitglied und parallel dazu eine Persönlichkeit aus dem aktuellen Geschehen.  Im Dezember sollen die ersten Personalities und Pioneers gekürt sein und im Folgejahr auf einem geeigneten Festival vorgestellt werden. Die Idee dazu wurde mit dem International Bluegrass Music Museum in Owensboro, Ky. entwickelt, das an einer solchen Halle sehr interessiert ist. Alle Ergebnisse wurden noch einmal im Plenum vorgestellt und diskutiert und da alle ordentlich mitgearbeitet hatten, war das Pensum vorzeitig abgearbeitet und die Versammlung wurde schon am Mittag entlassen.

Eines steht fest: Die EBMA ergeht sich nicht in hehren Absichtserklärungen, die zu nichts führen, sondern tut konkret etwas für die Musik, was sich auf regionaler und selbst nationaler Ebene nicht durchsetzen lässt. Respekt auch für die Teilnehmer, die z.T. von weither kamen und alle Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten selbst tragen müssen. Dank auch an Walter Fuchs, den unentwegten Bannerträger des Bluegrass in Bühl, aber auch an die Stadt, die uns den schönen Saal zur Verfügung stellte und uns auch sonst nach Kräften unterstützt, wo andere Städte selbst nach Jahren von tiefem Misstrauen erfüllt sind. Dank schließlich auch an Angelika und Christopher und ihren Stab, die das Ganze professionell und mustergültig vorbereitet und durchgezogen und die Teilnehmer mit neuer Zuversicht für die Zukunft des Bluegrass erfüllt haben.

Eberhard Finke



Media Coverage on 3rd EBS

The media coverage in and around Bühl has been focusing on the summit and the jubilee concert since November 2010. Here are some articles.

Interview in Acher- und Bühler Bote on 11 February 2011


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